Ohne Internet verkaufen (Offline-Verkauf)
Was die Kasse ohne Verbindung kann, woran du den Offline-Betrieb erkennst, reservierte Bonnummern, TSE-Ausfall oder Hardware-TSE, Karte über die Kassen-Bridge, Übertragung, Abweichungen und was offline nicht geht.
Fällt das Internet aus, verkauft die Kasse weiter. Die Bons entstehen auf dem Gerät, tragen fortlaufende Bonnummern der Kasse und werden übertragen, sobald die Verbindung wieder steht. Du musst dafür nichts umschalten.
Voraussetzungen
- Die Kasse läuft auf einem registrierten Kassengerät – siehe Gerät registrieren. Nur ein registriertes Gerät bekommt reservierte Bonnummern; an anderen Geräten zeigt die Kasse ohne Verbindung nur Offline und bucht nichts.
- Die Kasse war seit dem Öffnen mindestens einmal online. Dabei lädt sie die Artikel ihres Sortiments mit Grundpreis und Bestand, die Zahlungsarten und einen Block mit 100 reservierten Bonnummern. Online lädt sie alle zehn Minuten nach und holt neue Nummern, bevor die Reserve knapp wird.
- Der Browser darf Daten speichern (kein privater Modus).
So erkennst du den Offline-Betrieb
- Im dunklen Kopf steht statt Online ein roter Knopf Offline mit der Zahl der wartenden Bons.
- Unter dem Kopf erscheint eine rote Leiste mit den noch freien Bonnummern und dem Hinweis, die Seite nicht neu zu laden.
- Nach der Wiederverbindung zeigt der Knopf Überträgt …, danach wieder Online. Bleibt etwas offen, steht dort nicht übertragen oder Abweichungen.
Ein Tippen auf den Knopf oder Kassenmenü → Offline-Verkauf und Übertragung zeigt den Stand: Verbindung, wie viele Artikel lokal liegen, freie Bonnummern, wie die TSE und die Kartenzahlung offline arbeiten, die Warteschlange und die Abweichungen. Mit Jetzt übertragen sendest du wartende oder fehlgeschlagene Bons sofort, mit Daten aktualisieren lädst du Artikel und Nummern neu.
Offline verkaufen
- Artikel scannen oder suchen – die Kasse sucht im lokalen Speicher. Schnelltasten, Diverse-Tasten und Pfand gehen wie gewohnt. Kategorien und Artikelbilder gibt es erst wieder mit Verbindung.
- Bezahlen öffnet den Offline-Dialog: Bar mit gegebenem Betrag und Rückgeld oder Karte.
- Der Bon erscheint mit seiner Bonnummer und wird ausgegeben: über einen Bondrucker an der Kassen-Bridge direkt, sonst über Drucken im Browser.
Bricht die Verbindung mitten im Bezahlen ab, bucht die Kasse eine Barzahlung oder eine Karte am externen Gerät gleich offline – mit derselben Kennung. Hatte der Server den Bon doch noch gebucht, erkennt die Übertragung das und es entsteht kein zweiter Bon.
Karte offline: Ein Terminal über die Kassen-Bridge (ZVT oder O.P.I.) funktioniert ohne Internet der Kasse – die Zahlung läuft direkt zwischen Kasse, Bridge und Terminal, das Ergebnis steht am Bon. Terminals, die über den Server laufen (SumUp, Stripe, ZVT direkt aus der Cloud), gehen offline nicht. Hat die Kasse kein angebundenes Terminal, erfasst du die Karte wie online als externes Gerät.
Solange noch Offline-Bons warten, verkauft die Kasse auch online über die Warteschlange weiter. So bleibt die Reihenfolge der Bonnummern lückenlos.
TSE ohne Verbindung
- Hardware-TSE an der Kassen-Bridge: Die Kasse signiert jeden Offline-Bon wie gewohnt an der TSE – Transaktionsnummer, Signaturzähler, Signatur und QR-Code stehen auf dem Bon. Beim Übertragen prüft allverto das Ergebnis (TSE-Seriennummer, Kassen-ID, Vorgangsdaten, Signaturzähler) erneut.
- Cloud-TSE (fiskaly) oder Test-TSE: Ohne Internet ist die TSE nicht erreichbar. Der Bon entsteht mit dem Vermerk TSE ausgefallen – das ist nach AEAO zu § 146a AO zulässig, wenn der Ausfall dokumentiert wird. Der Vermerk steht auf dem Bon, im Kassenprotokoll und im DSFinV-K-Export (Feld TSE_TA_FEHLER). Mehr dazu unter Wenn die TSE ausfällt.
Hält ein Ausfall länger an, prüfe die Meldepflicht beim Finanzamt.
Übertragung und Abweichungen
Sobald die Verbindung zurück ist, überträgt die Kasse die Bons der Reihe nach. Jeder Bon behält seine Nummer und seine Uhrzeit und erscheint im Journal, im Kassenbuch und im nächsten Z-Bon. Der Zeitraum ohne Verbindung steht im Kassenprotokoll.
Ein übertragener Bon wird nie abgelehnt, weil sich zwischendurch etwas geändert hat – er ist dem Kunden ja schon ausgegeben. Solche Abweichungen stehen unter Abweichungen und bleiben zur Durchsicht, bis du Gesehen tippst:
| Abweichung | Bedeutung |
|---|---|
| Preis geändert | Der Artikel kostet inzwischen etwas anderes – der Bon bleibt beim Offline-Preis. |
| Artikel gelöscht oder inaktiv | Der Bon bleibt gültig; bei gelöschten Artikeln wird kein Bestand gebucht. |
| Bestand | Es wurde mehr verkauft als im Lager war, oder es fehlt ein Lagerplatz – im ERP prüfen. |
| Nach dem Kassenabschluss | Der Bon kam erst nach einem Z-Bon an und steht im nächsten. |
| Uhrzeit | Die Uhr des Geräts ging vor; der Bon trägt die Zeit der Übertragung. |
Kann ein Bon gar nicht übernommen werden (zum Beispiel weil die Bonnummer nicht zum Block passt), bleibt er mit nicht übertragen in der Warteschlange. Die Nummer wird dann nie ein zweites Mal vergeben, und der Bon steht vollständig im Kassenprotokoll. Wende dich in diesem Fall an den Support.
Was offline nicht geht
- Kunden zuordnen, Rechnungen, Gutscheine einlösen oder verkaufen, Retouren und Storno, Zahlungen auf Aufträge, Trinkgeld, Bargeldservice und Auszahlungen
- Kundenpreise, Staffelpreise und automatische Rabatte – offline gilt der Grundpreis vom letzten Laden; Positions- und Bonrabatt von Hand gehen
- Parken, Kassensturz, X-Bon und Kassenabschluss – den Abschluss machst du, wenn alle Offline-Bons übertragen sind
- Sperren bei Inaktivität – offline sperrt die Kasse nicht von selbst, weil das Entsperren den Server braucht. Sperre sie von Hand nicht, solange die Verbindung fehlt.
- Digitaler Bon und Bon per E-Mail – nach der Übertragung über Alle Bons